E-Commerce / IT-Recht

AGB & Shop-Pflichtangaben — Checkliste für Online-Händler

Checkliste der rechtlichen Pflichtangaben und Klauseln für einen abmahnsicheren Online-Shop.

Online-Shops gehören zu den meistabgemahnten Geschäftsmodellen. Die meisten Abmahnungen betreffen formale Pflichten — Widerrufsbelehrung, Preisangaben, Button-Lösung, Impressum —, die mit etwas Sorgfalt vermeidbar sind.

Diese Checkliste listet die wichtigsten Pflichtpunkte für einen B2C-Online-Shop. Für reine B2B-Shops gelten teils andere Regeln.

1. Impressum & Anbieterkennzeichnung

  • Vollständiges Impressum nach § 5 DDG (TMG-Nachfolger): Name, Anschrift, Vertretungsberechtigte, Kontakt, Register, USt-IdNr.
  • Leicht erkennbar und ständig verfügbar (max. 2 Klicks).
  • OS-Plattform-Hinweis und Angaben zur Verbraucherschlichtung.

2. Widerrufsrecht (B2C)

  • Korrekte Widerrufsbelehrung nach gesetzlichem Muster.
  • Muster-Widerrufsformular zur Verfügung gestellt.
  • Beginn und Ausnahmen des Widerrufsrechts richtig dargestellt.

3. Preise & Bestellprozess

Klassische Abmahnthemen.

  • Endpreise inkl. USt., Hinweis auf Versandkosten (PAngV).
  • Grundpreisangaben, wo erforderlich.
  • Button-Lösung: Bestell-Button mit „zahlungspflichtig bestellen" o. Ä. (§ 312j BGB).
  • Pflichtinformationen unmittelbar vor Bestellabgabe.

4. AGB-Klauseln

  • Vertragsschluss, Zahlung, Lieferung, Eigentumsvorbehalt.
  • Keine unwirksamen Klauseln (z. B. unzulässige Haftungsausschlüsse, Gewährleistungsverkürzung gegenüber Verbrauchern).
  • Gewährleistung statt „Garantie"-Verwechslung sauber trennen.

5. Datenschutz & Tracking

  • Datenschutzerklärung mit allen eingesetzten Diensten.
  • Cookie-Consent vor nicht-essenziellem Tracking (TDDDG/§ 25).
  • AVV mit Shop-, Zahlungs- und Versanddienstleistern.

Tipp: Diese Checkliste lässt sich mit Strg/Cmd + P als PDF speichern oder ausdrucken.

Wann Sie einen Anwalt einschalten sollten

  • Shop-Launch oder größeres Relaunch — einmal sauber prüfen statt später abmahnen lassen.
  • Sie verkaufen ins Ausland oder an Verbraucher in mehreren EU-Ländern.
  • Sie haben bereits eine Abmahnung wegen Shop-Pflichten erhalten.
  • Besondere Produkte (Lebensmittel, Kosmetik, digitale Inhalte) mit Sonderpflichten.

Häufige Fragen

Kann ich AGB einfach von einem anderen Shop kopieren?

Davon ist dringend abzuraten. Fremde AGB sind urheberrechtlich geschützt (Abmahnrisiko) und passen meist nicht zu Ihrem Sortiment — unpassende oder unwirksame Klauseln sind selbst abmahnfähig.

Brauche ich überhaupt AGB?

AGB sind nicht zwingend vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar: Ohne sie gilt das Gesetz pur, und die zahlreichen Pflichtinformationen (Widerruf, Preise, Button-Lösung) müssen trotzdem erfüllt werden.

Diese Checkliste ersetzt keine individuelle Prüfung. AGB und Pflichtangaben hängen vom konkreten Sortiment und Zielmarkt ab; generische Mustertexte sind eine häufige Abmahnquelle.

Unterlagen verbindlich prüfen lassen

Unsere spezialisierten Anwälte prüfen Ihren konkreten Fall — transparent und zum Festpreis.

Updates für Unternehmer erhalten

Neue Vorlagen, Checklisten und Praxis-Updates aus dem Wirtschaftsrecht — unverbindlich und jederzeit abbestellbar.

Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite stellen keine Rechtsberatung dar und ersetzen keine individuelle anwaltliche Beratung. Alle Informationen, Beiträge, Urteile und Hinweise wurden nach bestem Wissen sorgfältig zum Zeitpunkt ihrer Erstellung zusammengestellt. Es wird jedoch keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität übernommen. Jeder Fall ist einzigartig und erfordert eine individuelle rechtliche Prüfung. Die dargestellten Urteile und Ansichten sind unverbindlich, und es besteht keine Garantie, dass diesen im Streitfall gefolgt wird.